Veröffentlicht am 27.03.2026
Die WESCAD MultiStation
Die WESCAD MultiStation vereint KI-gestützte Kameraprüfung, prozessgesteuerte Schrittlogik und automatische Dokumentation in einem System. Sie sichert jeden Montageschritt ab, erkennt fehlende Teile, prüft Ausrichtung und Vollständigkeit und erzeugt belastbare Nachweise inklusive Labelausgabe. In diesem Beitrag zeigen wir anhand realer Kundenbeispiele, wie die MultiStation Reklamationen reduziert und manuelle Montageprozesse effizienter macht.
Inhaltsverzeichnis
Warum die manuelle Montage häufig Reklamationen produziert
Manuelle Montage ist flexibel. Gleichzeitig hängt sie stark von der wiederholbaren Routine ab. Selbst wenn Ihre Mitarbeitenden sorgfältig arbeiten, gibt es typische Fehlerquellen:
- Teile- und Materialfehler:
Klebestreifen, Niete, Schrauben oder Setzteile sind nicht vollständig oder falsch ausgewählt. - Schrittfehler:
Arbeitsschritte werden übersprungen, Reihenfolgen passen nicht oder Bauteile sind verdreht montiert. - Quantitätsfehler:
Bei Schrauben, Nietanzahlen oder Teilkomponenten wird nicht erkannt, dass eine Position fehlt. - Dokumentations- und Nachweisprobleme:
Ohne belastbaren Nachweis steigt der Aufwand bei Reklamationsfällen erheblich.
Die MultiStation adressiert diese Ursachen über eine Kombination aus KI-gestützter Kameraprüfung, prozessgesteuerter Schrittlogik und automatischer Dokumentation mit Labelausgabe.
Sie wollen die MultiStation einmal unverbindlich testen? Hier Termin anfragen.
Die Aufgabenstellung: Montage absichern, Kleinteile prüfen, Ergebnisse dokumentieren
Hier zeigen wir Ihnen zwei konkrete Anwendungsarten, die in der Praxis bei einigen unserer Kunden häufig auftreten. Beide lassen sich mit einer MultiStation abbilden.
1) Klebestreifen müssen stimmen, geprüft und dokumentiert werden
Bei einem Kunden bestand die Herausforderung darin, dass auf ein Bauteil unterschiedliche Klebestreifen aufgebracht werden sollten. Die Anlage musste sicherstellen:
- Die Klebestreifen sind vorhanden.
- Die Klebestreifen wurden korrekt angebracht und überprüft.
- Der Prozess wird dokumentiert.
- Anschließend wird ein Label ausgedruckt, das zur Baugruppe passt.
Das Ergebnis: eine durchgängige Prozesskette – Montage durchführen, Software und KI prüft, Nachweis erzeugen, Baugruppe eindeutig kennzeichnen.
2) Schweißbaugruppen mit Nieten und Schweißbolzen müssen zu 100 % geprüft werden
Beim zweiten Kunden ging es um Schweißbaugruppen, in die unterschiedliche Niete eingesetzt werden mussten. Dazu mussten Schweißbolzen manuell aufgesetzt werden. Entscheidend war:
- Alles, was vorgesehen ist, ist tatsächlich vorhanden.
- Die Montage ist vollständig.
- Das reduziert die Wahrscheinlichkeit von nachgelagerten Reklamationen.
Ein weiterer Vorteil: die Skalierbarkeit.
Durch die MultiStation-Logik konnte der Kunde mit einer Anlage mehrere Projekte abdecken. In der beschriebenen Lösung waren es sogar vier Projekte, abhängig von Stückzahl und Konfiguration.
Erfahren Sie, wie auch Sie von der MultiStation profitieren können.
KI-gestützte Kamera als Qualitätsinstanz im Takt
Das Prinzip der WESCAD MultiStation:
Der zentrale Baustein ist eine Kamera im Herz der MultiStation. Sie arbeitet mit Softwareunterstützung und prüft Montagezustände anhand definierter Merkmale. Das Besondere: Die Anlage kontrolliert nicht nur am Ende, sondern sichert Zwischenschritte ab.
Das macht einen großen Unterschied. Wird ein Fehler früh erkannt, muss weniger zurückgebaut werden. Gleichzeitig lässt sich die Montage in definierte Schritte aufteilen, ohne den Prozess unnötig zu verlangsamen.
Ohne SPS-Steuerung in der Einstiegsversion
In der gezeigten Ausbaustufe arbeitet die MultiStation ohne SPS-Steuerung. Das erleichtert den Einstieg deutlich. Sobald komplexere Anforderungen bestehen, lässt sich die Anlage ausbauen – beispielsweise für:
- Weitere Kamerafunktionen
- Zusätzliche Freigabelogik für Montagewerkzeuge
- Automatisierte Zustandssteuerung bei komplexen Werkzeugablagen
Damit passt sich die Lösung an Ihre Montageprozesse an, nicht umgekehrt
Flexibel durch Höhenverstellung und gespeicherte Positionen
Auch Ergonomie ist ein Qualitätsfaktor. Die MultiStation bietet eine Höhenverstellung, sodass die Arbeitshöhe auf Ihre Mitarbeitenden eingestellt werden kann. Es sind mehrere Positionen speicherbar, damit der Arbeitsplatz für verschiedene Werker schnell wieder in den passenden Zustand gebracht werden kann.
Demonstrator im Betrieb: Montageanleitung, Schrittprüfung und Trigger
Um den Ablauf greifbar zu machen, wurde ein Demonstrator aufgebaut. Dieser zeigt, wie aus einer Montageanleitung ein prüfbarer Prozess wird.
Montageanleitung und Schritte
In der ersten Ausbaustufe ist die Anleitung nicht digital. In einem späteren Schritt kann sie zusätzlich digitalisiert werden. Die Logik bleibt dabei bestehen: Die Anlage führt den Prozess über definierte Montageschritte und die Prüfung wird jeweils mit der Arbeitsaktion ausgelöst.
Start: Bauteil korrekt platzieren
Am Anfang wird ein Bauteil in Position gebracht. Die Kamera prüft den Zustand und gibt das OK. Erst danach wird der nächste Schritt freigegeben – sodass der Montageprozess sequenziell und nachvollziehbar bleibt.
Erfahren Sie, wie auch Sie von der MultiStation profitieren können.
Hier geht´s zum Video der MultiStation
Zwischenprüfungen sind der Hebel gegen Quantitätsfehler
Ein häufig unterschätzter Fehler ist die fehlende Quantität. Ein typisches Beispiel: Schrauben. Eine Montage kann ansonsten korrekt wirken, aber wenn eine Schraube fehlt, ist die Baugruppe nicht vollständig, was in diesem Fall sogar zu Sicherheitsrisiken führen kann.
Die MultiStation kann in den Zwischenphasen überprüfen, wie viele Elemente bereits montiert sind. In der Demonstration wurden beispielsweise Schrauben teilweise eingesetzt. Nach einer ersten Runde zeigte die Kamera nicht nur an, dass etwas fehlt, sondern benannte die fehlenden Schraubenpositionen. Die notwendigen Teile werden aus der Ablage entnommen, nachmontiert – und die Anlage prüft erneut.
Der Wert dieser Zwischenkontrolle liegt auf der Hand:
- Korrekturen erfolgen vor dem nächsten Arbeitsschritt.
- Der Risikoanteil späterer Nacharbeiten sinkt erheblich.
- Die Prozesssicherheit steigt ohne zusätzliche manuelle Zähltests.
Automatische Lageerkennung: kein exaktes Positionieren nötig
Ein weiterer Praxisvorteil ist die Robustheit bei der Handhabung. In der Demonstration wurde ein Bauteil umgedreht. Wichtig: Es musste nicht zwingend eine exakt vorgegebene Positionierung hergestellt werden. Die Kamera erkannte anhand der Merkmale automatisch, dass das Bauteil um 180 Grad gedreht war, und konnte den nächsten Schritt darauf aufbauen.
Das vereinfacht die Arbeit erheblich. Gerade in manuellen Prozessen ist es unrealistisch, immer perfekte Lagen zu erwarten. Die Kamera- und Softwareunterstützung übernimmt hier die Abgleicharbeit.
Schrittlogik für komplexe Montageabläufe
Die MultiStation kann mehr als nur feststellen, ob Teile vorhanden sind oder nicht. Sie bildet komplexe Reihenfolgen und Montageprüfungen ab, bei denen auch Merkmale wie Ausrichtung oder Vollständigkeit relevant sind.
In der Demonstration wurden unter anderem geprüft:
- Das Einbringen und Prüfen von vorgefertigten Komponenten
- Das Verschrauben definierter Positionen
- Die korrekte Ausrichtung von Bauteilen, sodass Kennzeichnungen wie Buchstaben oder Schriften korrekt lesbar sind
- Die Vollständigkeit von Verbindungselementen
- Das abschließende Vorhandensein aller finalen Bausteine
Wichtig dabei: Die Montage muss nicht zwingend in zehn Arbeitsschritte aufgeteilt werden, weil das Montagegefühl sonst zu stark leidet. Die Aufteilung wird über die Programmierung und die Anpassung an Ihre MultiStation bestimmt.
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Projekte bündeln: Mit einer MultiStation mehrere Vorhaben abdecken
Ein strategischer Punkt aus der Praxis: Eine MultiStation kann so konfiguriert werden, dass nicht nur ein einzelnes Produkt abgearbeitet wird. Über eine Station lassen sich mehrere Projekte abbilden.
Im beschriebenen Fall konnte der Kunde mit einer MultiStation vier Projekte abdecken.
Der konkrete Nutzen hängt von Ihren Stückzahlen und der Prozessähnlichkeit ab. Technisch funktioniert es so: Je nach Projekt wird in passende Programmabläufe geschaltet, während die Grundhardware die Prüf- und Montageausführung trägt.
Ausbaustufen und Erweiterbarkeit
Für die Auswahl der passenden Lösung ist die Ausbaustrategie entscheidend. Die MultiStation kann in Stufen eingeführt werden:
- Einstieg:
Kamera prüft anhand definierter Schritte, ohne SPS-Steuerung. Der Einstieg ist im unteren Preissegment möglich. - Erweiterung:
Mehr Kameratechnik und Logik für komplexere Abläufe. - Optional:
Werkzeugfreigaben und Zustandssteuerung über SPS oder ergänzende Komponenten – für besonders spezifische Prozesssicherheit.
So lässt sich die Investition am tatsächlichen Bedarf ausrichten, statt alles sofort auf Maximalniveau zu kaufen.
Sie wollen die MultiStation mit Ihren Bauteilen unverbindlich testen?
Warum der Demonstrator den Start erleichtert
Ein großer Vorteil bei der Einführung: Die Lösung lässt sich praxisnah testen. Dafür wurde ein MultiStation-Demonstrator bei WESCAD in Bad Iburg aufgebaut.
Das Ziel: eine reale, greifbare Vorstellung davon, wie der Aufbau aussieht, wie der Montageprozess abläuft und wie die Prüfungen reagieren.
Alternativ kann eine Erprobung auch direkt bei Ihnen vor Ort stattfinden. Damit sinkt das Risiko, die Lösung nur theoretisch zu bewerten. Sie können gemeinsam mit uns Ihre konkreten Baugruppen und Arbeitsschritte durchgehen.
MultiStation Test hier anfragen
Wenn Sie Ihren Einstieg planen, lohnt sich auch ein Blick auf weitere WESCAD-Lösungen rund um Betriebsmittel, Qualitätssicherung und Montageoptimierung:
Gerade wenn in der manuellen Fertigung die Taktzeit reduziert werden soll, kann zusätzlich der Blick auf Vorrichtungen zur Taktzeitoptimierung hilfreich sein. Oft entstehen Reklamationsreduktion und Effizienzsteigerung gemeinsam, weil der Prozess stabiler wird.
So gehen Sie bei der Einführung vor
Damit sich die Idee sauber auf Ihr Umfeld übertragen lässt, empfiehlt sich ein Vorgehen in fünf Schritten:
- Fehlerquellen definieren:
Wo entstehen Reklamationen? Fehlteile, falsche Orientierung, fehlende Quantität, Reihenfolge? - Montageablauf strukturieren:
Welche Schritte müssen geprüft werden – und welche sind rein ausführend? - Prüfmerkmale festlegen:
Was erkennt die Kamera verlässlich? (Teilepräsenz, Anzahl, Position, Ausrichtung, Sichtmerkmale) - Dokumentation und Labeling planen:
Welche Nachweise werden für die interne Qualitätssicherung oder Kundenanforderungen benötigt? - Test mit dem Demonstrator:
Erproben, anpassen, dann skalieren.
Diese Vorgehensweise ist entscheidend, damit die Anlage nicht nur „prüft", sondern im Prozess tatsächlich unterstützt.
Fazit: Prozesssicherheit durch KI, Effizienz durch klare Schrittlogik
Wer manuelle Montage mit weniger Reklamationen und höherer Effizienz etablieren möchte, braucht mehr als gute Werkzeuge. Es braucht eine prozessfähige Qualitätsinstanz, die Montagezustände in sinnvollen Intervallen prüft und nachvollziehbar dokumentiert.
Die WESCAD MultiStation zeigt, wie das mit KI-gestützter Kameratechnik und einer flexiblen Schrittlogik gelingt: Teile vorhanden, Montage vollständig, Ausrichtung korrekt, Ergebnisse nachweisbar. Gleichzeitig erlaubt das System den Einstieg ohne SPS und bietet Erweiterungsmöglichkeiten für komplexere Szenarien.
Wenn Sie Ihre manuellen Montageprozesse stabiler machen möchten, ist der nächste Schritt die gemeinsame Erprobung Ihrer konkreten Baugruppe. Nehmen Sie Kontakt auf und starten Sie mit einer passenden Beratung.
Das dazugehörige Video finden Sie hier: Die WESCAD MultiStation – KI-gestützte Montage- und Kontrollvorrichtung in einem System
Häufige Fragen zur WESCAD MultiStation
Typisch sind manuelle Montageprozesse, bei denen Teilepräsenz, Vollständigkeit (zum Beispiel Anzahl von Schrauben) und Ausrichtung verlässlich geprüft werden müssen. Beispiele sind die Montage von Klebestreifen, das Einsetzen von Niet- und Schweißbauteilen oder das Verschrauben mehrteiliger Baugruppen.
Zwischenprüfungen sind ein zentraler Bestandteil. Sie können definieren, in welchen Montageschritten die Kamera prüft, ob alles vorhanden und die Montage vollständig ist. Das reduziert Nacharbeiten und Reklamationsrisiken erheblich.
Nicht zwangsläufig. In der gezeigten Lösung konnte die Kamera auch bei einer 180-Grad-Drehung den nächsten Schritt erkennen. Das Ziel ist, die Prüfung so auszulegen, dass der Prozess in der realen Handhabung robust bleibt.
In der Einstiegsversion funktioniert die MultiStation ohne SPS-Steuerung. Für komplexere Anforderungen lässt sie sich ausbauen – unter anderem um erweiterte Kameratechnik sowie Logik für Werkzeugfreigaben und Zustandssteuerung.
Über die Programmumschaltung und projektbezogene Schrittlogik. In der Praxis kann eine Anlage mehrere Projekte abbilden, wenn Baugruppen und Prüfaufgaben ausreichend strukturiert und konfigurierbar sind. Im beschriebenen Beispiel waren es vier Projekte.